Ich bin irritiert oder frustriert: Ich bin meinen Kollegen, die ich erst 10 Wochen kenne, zu introvertiert, sodass sie mir eine fachliche Inkompetenz unterstellen, die ich sicherlich auch habe. Aber man stellt mich auf die Stufe von PJ-Studenten einerseits, andererseits fahre ich mit kreislaufinstabilen, beatmeten Patienten durchs Gelände, allein.
Das bedeutet im Klartext, entweder ich brülle und lache so laut wie meine andere Assistenzarztkollegin, sodass die ganze Station wackelt, oder ich schreie einfach mal hier und da meine Schwestern an oder trete gegen irgendwelche Türen und heule rum, oder ich muss mich weiterhin mit diesem Vorurteil "dumm zu sein":
1. ärgern- das wäre jetzt der richtige Ausdruck, aber das ist nur ein Anfangsgefühl
2. damit auseinandersetzten - wozu aber? Ich will keine Beliebtheitswettbewerbe gewinnen, sondern normal und still vor mich hinarbeiten und verstehen, was ich eigentlich mache.
3. es einfach dabei belassen.
Punkt 3 ist sinnvoll, aber es ärgert mich trotzdem, momentan.
Das war immer das Schöne am OP: man geht in seinen Saal, macht die Narkosen, arbeitet autark und nun muss ich "Autist" plötzlich mit Menschen reden, soll mich verstellen und meine Morgenmuffeligkeit verstecken? Nein, das geht nicht. Ich passe mich doch schon äußerlich an, ich trage immerhin diese dunkelblauen Kasacks, aber ich muss doch nicht jeden Mist mitmachen und schon gar nicht die Lautstärke ändern.
Es hat was von Kindergarten, irgendwie.
Kunstfehler
Man sollte niemals zu einem Arzt gehen, ohne zu wissen, was dessen Lieblingsdiagnose ist! -Irren ist Ärztlich-
27 Januar, 2012
11 Januar, 2012
Danke
Danke.
Danke, dass Du mich damals an die Hand genommen hast.
Danke, dass Du mir das Laufen in der Anästhesie beigebracht hast.
Danke, dass ich ein wenig mit Dir mitgehen durfte.
Du wirst mir und den anderen Gasmäusen sehr fehlen.
Wo Worte fehlen,
das Unbeschreibliche zu beschreiben,
wo die Augen versagen,
das Unabwendbare zu sehen,
wo die Hände das Unbegreifliche nicht fassen können,
bleibt einzig die Gewissheit,
dass Du für immer in unseren Herzen weiterleben wirst.
das Unbeschreibliche zu beschreiben,
wo die Augen versagen,
das Unabwendbare zu sehen,
wo die Hände das Unbegreifliche nicht fassen können,
bleibt einzig die Gewissheit,
dass Du für immer in unseren Herzen weiterleben wirst.
03 Januar, 2012
Best of... 2011
1. Favourite album of 2011?
Wilco "Whole Love"
2. Favourite single?
One Sunday Morning
3. Best gig you saw?
Vermutlich beinahe "Wilco" und definitiv Rainald Grebe in der Waldbühne. Auf keinen Fall Ben Folds.
5. Best film you saw?
"True Grit", "Harry Potter 7" und "Nichts zu verzollen"
6. Best journey you made?
Florenz und Toskana
7. Best TV show you watched?
Nüscht
8. Best thing you heard on the radio?
Nüscht
9. Best book you read?
Wilco "Whole Love"
2. Favourite single?
One Sunday Morning
3. Best gig you saw?
Vermutlich beinahe "Wilco" und definitiv Rainald Grebe in der Waldbühne. Auf keinen Fall Ben Folds.
5. Best film you saw?
"True Grit", "Harry Potter 7" und "Nichts zu verzollen"
6. Best journey you made?
Florenz und Toskana
7. Best TV show you watched?
Nüscht
8. Best thing you heard on the radio?
Nüscht
9. Best book you read?
Garp.
10. Best thing you bought yourself?
Keane's "Hopes & Fears" auf Vinyl.
11. Best thing someone else bought for you?
Fiat 500.
12. Best website you visited or app/podcast you downloaded?
Facebook *haha*
14. Best thing that happened in 2011 for you?
So vieles: Tante geworden, Radrennen gefahren, Fiat- und Italienfan geworden, es ging mir einfach gut.
15. Finally, what are you looking forward to in 2012?
Surviving the ICU.
15 Dezember, 2011
Ein Kasten Bier
Vorweg: ich habe momentan zwei Chefs, einen "richtigen" für die Anästhesie, der sich um seine Abteilung kümmert, und einen "falschen" für die Intensivstation, auf den ich momentan hören muss, aber der ist menschlich blöd.
Nachdem ich die ersten Wochen in einem hölleähnlichen Zustand auf der Intensivstation verbracht hatte, kam heute mein Anästhesiechef zum Gespräch vorbei. Die Zeichen standen schlecht, denn der Kaffee in der Küche war aus. Kurzum kotzte ich mich ordentlich aus, er tat selbiges, und wir fanden einen gemeinsamen Nenner zu einem Thema, das ich hier nicht ausführlich thematisieren mag, es ging um einen Kollegen mit psychopathologischen Eigenschaften, die er mir kürzlich zeigte.
Dann schmissen uns meine lieben Schwestern aus der Küche raus, aber ich wollte meinem Anästhesiechef unbedingt noch sagen, dass ich nächste Woche ein Vorstellungsgespräch in einem anderen Haus habe. Ich finde das immer doof zwischen Tür und Angel, aber er ließ nicht locker, also erzählte ich ihm das. Das habe ich nur getan, weil ich doch recht großen Respekt-fachlich wie menschlich- vor ihm habe. Sein Kommentar war "hm, das wäre jetzt wirklich schade" und der Rest ist persönlich. Ein Kasten Bier spielt aber auch eine Rolle.
Ist das nun ein Punkt für die Pro-Contra-Liste? Wie soll ich diese Liste schreiben, wenn auf der einen Seite lauter menschliche Gründe stehen (so an die 5-10 Freundschaften, die man dazu bekommen hat und unbedingt halten will), im Haus zu bleiben, und auf der anderen Seite Dinge stehen wie "Gehalt", "ausbeuteähnliche Zustände" oder "geradenichtstattfindende Ausbildung". Hier kämpfen gerade Herz und Verstand vollkommen gegeneinander. Diese Hornochsen!
Zum Beispiel: Ziehe ich die 12 Monate (mittlerweile nur noch 11) Intensivmedizin durch (es wäre sinnvoll, denn jeder will Intensivmedizin machen und es "staut" sich da immer auf dem Weg zum Facharzt) oder suche ich gleich was anderes? Was ist, wenn ich es durchziehe, dann habe ich drei Jahre vom Facharzt geschafft und es fehlen nur noch zwei. Das bedeutet, der Absprung wird immer schwieriger. Das widerum bedeutet, ich bleibe in der Pampa, vermutlich für immer. Aber will ich für immer Samstagmittag um 13 Uhr vor geschlossenen Ladentüren stehen? Oder will ich in die große Stadt zurück, mit all den (Shopping- und infrastrukturellen und familiären) Vorteilen, aber auch Nachteilen wie zum Beispiel Staus, Lärm etc., Dinge, die ich hier nicht mehr vermisse?!
Ick weeß et einfach nich!
Oder ist es nur die Jahreszeit?
Nachdem ich die ersten Wochen in einem hölleähnlichen Zustand auf der Intensivstation verbracht hatte, kam heute mein Anästhesiechef zum Gespräch vorbei. Die Zeichen standen schlecht, denn der Kaffee in der Küche war aus. Kurzum kotzte ich mich ordentlich aus, er tat selbiges, und wir fanden einen gemeinsamen Nenner zu einem Thema, das ich hier nicht ausführlich thematisieren mag, es ging um einen Kollegen mit psychopathologischen Eigenschaften, die er mir kürzlich zeigte.
Dann schmissen uns meine lieben Schwestern aus der Küche raus, aber ich wollte meinem Anästhesiechef unbedingt noch sagen, dass ich nächste Woche ein Vorstellungsgespräch in einem anderen Haus habe. Ich finde das immer doof zwischen Tür und Angel, aber er ließ nicht locker, also erzählte ich ihm das. Das habe ich nur getan, weil ich doch recht großen Respekt-fachlich wie menschlich- vor ihm habe. Sein Kommentar war "hm, das wäre jetzt wirklich schade" und der Rest ist persönlich. Ein Kasten Bier spielt aber auch eine Rolle.
Ist das nun ein Punkt für die Pro-Contra-Liste? Wie soll ich diese Liste schreiben, wenn auf der einen Seite lauter menschliche Gründe stehen (so an die 5-10 Freundschaften, die man dazu bekommen hat und unbedingt halten will), im Haus zu bleiben, und auf der anderen Seite Dinge stehen wie "Gehalt", "ausbeuteähnliche Zustände" oder "geradenichtstattfindende Ausbildung". Hier kämpfen gerade Herz und Verstand vollkommen gegeneinander. Diese Hornochsen!
Zum Beispiel: Ziehe ich die 12 Monate (mittlerweile nur noch 11) Intensivmedizin durch (es wäre sinnvoll, denn jeder will Intensivmedizin machen und es "staut" sich da immer auf dem Weg zum Facharzt) oder suche ich gleich was anderes? Was ist, wenn ich es durchziehe, dann habe ich drei Jahre vom Facharzt geschafft und es fehlen nur noch zwei. Das bedeutet, der Absprung wird immer schwieriger. Das widerum bedeutet, ich bleibe in der Pampa, vermutlich für immer. Aber will ich für immer Samstagmittag um 13 Uhr vor geschlossenen Ladentüren stehen? Oder will ich in die große Stadt zurück, mit all den (Shopping- und infrastrukturellen und familiären) Vorteilen, aber auch Nachteilen wie zum Beispiel Staus, Lärm etc., Dinge, die ich hier nicht mehr vermisse?!
Ick weeß et einfach nich!
Oder ist es nur die Jahreszeit?
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Anästhesie,
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08 Dezember, 2011
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