Muffelig hin oder her, es nützt nüscht, die Verwandtschaft und die vielen Freunde sind bekanntlich sauer, wenn man an Weihnachten nicht an sie denkt und es auch zeigt oder nicht. Also startet ab heute meine "Große-Weihnachtskarten-Schreiben-Und-Unpünktlich-Abschicken-Aktion". Das bedeutet, viele, oder besser alle, erhalten ihre Weihnachtspost von mir "zwischen den Jahren", aber noch in diesem Jahr. Das finde ich total sinnvoll, denn 1. habe ich noch nie irgendwelche Trends mitgemacht (ha, meine mir nahestehenden Menschen kennen das), warum jetzt damit anfangen? Und 2. sind doch liebe Grüße nach Weihnachten auch ganz schön! Man denke nur an folgendes: Frühmorgens, es ist arschkalt, nach Weihnachten, der Bauch am Platzen, der Bademantel geht nicht mehr zu und dann schlurft man die Treppe runter zum Briefkasten, nebenbei trifft man noch einige Gleichgesinnte (Nachbarn), und öffnet diesen und schwupp "Die Post ist da!". Ja, damit hat man gar nicht gerechnet: "Wie schön, eine Weihnachtskarte!" Ich meine das toternst. Wer also Post nach Weihnachten erhalten möchte, zurzeit bin ich noch auf Motivsuche mit dem Fotoknipser unterwegs, möge mir mailen. Ich schreibe, versprochen, die Post liefert, das kann ich nicht versprechen.
Mary warf die Frage auf, und hier ist die Antwort: Ich werde die ersten Monate nur tagsüber arbeiten, Schonfrist sozusagen. Wenn ich eingearbeitet bin, d.h. zum Beispiel 25 von 50 Sectios mitgemacht habe und qualifiziert genug bin, werde ich (böses Wort!) Dienste machen. Unter der Woche dauern diese Dienste von nachmittags bis morgens um 7 Uhr. An den Wochenenden gibt es 24 Stunden Dienste. Die Dienste sind Bereitschaftsdienste und unser Dienstzimmer ist unsere Aufenthaltsmöglichkeit. Man darf schlafen, essen, duschen, kochen, fernsehen etc. und muss halt immer erreichbar sein. Deshalb ist es ein Dienstwohnraum.
Nee, keine Wortfindungsstörungen, das kommt erst nach den ersten Gasnarkosen! Ich war die letzten Tag bürokratisch unterwegs mit folgenden Ergebnissen:
Meine Arbeitskleidung ist bestellt, eine Garnitur habe ich schon. ("Praktikantin oder Schülerin?" - "Ärztin!") Einen PC-, ORBIS- und sogar Internetzugang (nur für Recherchen, nix Download) bekomme ich. Schlüssel und Sicherheitskarten sind organisiert.
Mein Dienstzimmer werde ich mir zunächst mit drei Kolleginnen teilen, von denen eine im März in Rente geht. Das Zimmer sieht total klasse aus: Unterm Dach, Südfenster, der Fernseher von Annodazumal, klassisch Röhre, Bilddiagonale vielleicht 40 Zentimeter, sogar mit Videorekorder! Davor ein neues Bett, daneben ein großes Holzregal mit Kram zugestellt (Puh, man denke nur ans Staubwischen!). Auf der linken Seite kommt in der Reihenfolge: Waschbecken, Holzregal mit Zahnputz- und Duschzeug, drei Kleiderschränke, Schreibtisch mit PC. Ein paar Räume weiter eine Küche mit Mikrowelle, Herd etc. Außerdem gibts Luxusduschen! So schön sieht es noch nicht mal zuhause im Bad aus. Und Wäscheständer!
Morgen gehts zur Vertragsunterzeichnung, vorher zur Versicherung, damit ich mein schönes verdientes Geld auch "sinnvoll" ausgeben kann. Letzte Woche war ich in der Landesärztekammer Berlin, zur offiziellen Registrierung, fehlt eigentlich nur der Haustierchip, den meine Katze unterm Fell hat. Dann geht's noch zur Betriebsärztin, ich hoffe, dass ich das diese Woche erledigen kann. Die olle Nervkuh ist mir schon während meiner Studentenzeit aufm Keks gegangen. Ich kann mich noch gut an meine letzte Impfung bei ihr erinnern: Brechdurchfall und Armschmerzen inklusive.
Am 4. Januar geht es dann endlich los. Ein paar Bücher habe ich mir schon besorgt, in einem Buch blättere ich eifrig rum, wenn mich die leichte Panik überkommt. Aber bis dahin genieße ich noch die freien Tage.
"Zweiohrküken" ist der lebende Beweis, dass Fortsetzungen nicht immer gut sind. Die einzigen geltenden Ausnahmen: Der Pate I-III und die Star Wars- Reihe.
Respektloses "Paar-streitet-sich-Geplänkel" folgt auf Fäkalszenen (gas- wie auch festförmig). Wenn ich so etwas erleben möchte, kann ich auch bei meinen Nachbarn zuhören, sogar kostenlos. Klischee reiht sich an Klischee, man brüllt sich an "warum hast du dies nicht getan, warum jenes nicht", Grund genug, die Beziehung auf Eis zu legen und mal eben fremd zu gehen. Dazu die nervigen Freundinnen mit ihren altklugen Ratschlägen. Tussis! Ich habe ehrlich darauf gewartet, dass Nora Tschirner, die ich wirklich umwerfend finde- außerhalb eines Til Schweiger Filmes- eben jenen mal ordentlich in die Nüsse tritt, aber den Gefallen hat sie mir nicht getan, schade eigentlich! Und das aufgedrückte Zickenimage steht ihr gar nicht.
Ich weiß nicht, was an dem Film romantisch sein soll, der angeklebte Penis von Ken Duken war es jedenfalls nicht. "Komischer" oder "Liebenswerter"- zwei Eigenschaften, mit denen die Filmemacher werben- als Teil eins ist dieser Film überhaupt nicht. Ich habe auf die Lacher gewartet, darum gebettelt und mich extrem gelangweilt. Und ich bin nicht abgestumpft: Obwohl ich in englischen Liebesfilmen wie "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" oder "Notting Hill" praktisch mitspielen könnte, jede Szene auswendig kann, heule ich dennoch wie ein Schloßhündchen, wenn ich diese Filme ansehe. Und das war hier nicht der Fall!
Als wirklich großer "Simons Cat" Fan- ich glaube, ich habe jedes Video hier im Blog veröffentlicht- habe ich mich sehr gefreut, dass der Nikolaus mir das Comicbuch in meine dreckigen Stiefel gesteckt hat. Einfach ein Muss für uns Katzenliebhaber und jeden Cent wert!