15 Dezember, 2011

Ein Kasten Bier

Vorweg: ich habe momentan zwei Chefs, einen "richtigen" für die Anästhesie, der sich um seine Abteilung kümmert, und einen "falschen" für die Intensivstation, auf den ich momentan hören muss, aber der ist menschlich blöd.

Nachdem ich die ersten Wochen in einem hölleähnlichen Zustand auf der Intensivstation verbracht hatte, kam heute mein Anästhesiechef zum Gespräch vorbei. Die Zeichen standen schlecht, denn der Kaffee in der Küche war aus. Kurzum kotzte ich mich ordentlich aus, er tat selbiges, und wir fanden einen gemeinsamen Nenner zu einem Thema, das ich hier nicht ausführlich thematisieren mag, es ging um einen Kollegen mit psychopathologischen Eigenschaften, die er mir kürzlich zeigte.
Dann schmissen uns meine lieben Schwestern aus der Küche raus, aber ich wollte meinem Anästhesiechef unbedingt noch sagen, dass ich nächste Woche ein Vorstellungsgespräch in einem anderen Haus habe. Ich finde das immer doof zwischen Tür und Angel, aber er ließ nicht locker, also erzählte ich ihm das. Das habe ich nur getan, weil ich doch recht großen Respekt-fachlich wie menschlich- vor ihm habe. Sein Kommentar war "hm, das wäre jetzt wirklich schade" und der Rest ist persönlich. Ein Kasten Bier spielt aber auch eine Rolle.

Ist das nun ein Punkt für die Pro-Contra-Liste? Wie soll ich diese Liste schreiben, wenn auf der einen Seite lauter menschliche Gründe stehen (so an die 5-10 Freundschaften, die man dazu bekommen hat und unbedingt halten will), im Haus zu bleiben, und auf der anderen Seite Dinge stehen wie "Gehalt", "ausbeuteähnliche Zustände" oder "geradenichtstattfindende Ausbildung". Hier kämpfen gerade Herz und Verstand vollkommen gegeneinander. Diese Hornochsen!
Zum Beispiel: Ziehe ich die 12 Monate (mittlerweile nur noch 11) Intensivmedizin durch (es  wäre sinnvoll, denn jeder will Intensivmedizin machen und es "staut" sich da immer auf dem Weg zum Facharzt) oder suche ich gleich was anderes? Was ist, wenn ich es durchziehe, dann habe ich drei Jahre vom Facharzt geschafft und es fehlen nur noch zwei. Das bedeutet, der Absprung wird immer schwieriger.  Das widerum bedeutet, ich bleibe in der Pampa, vermutlich für immer. Aber will ich für immer Samstagmittag um 13 Uhr vor geschlossenen Ladentüren stehen? Oder will ich in die große Stadt zurück, mit all den (Shopping- und infrastrukturellen und familiären) Vorteilen, aber auch Nachteilen wie zum Beispiel Staus, Lärm etc., Dinge, die ich hier nicht mehr vermisse?!

Ick weeß et einfach nich!



Oder ist es nur die Jahreszeit?

4 Kommentare:

Mary Malloy hat gesagt…

Hm, hast du denn nicht die Option, in ein Vorstadtviertel zu ziehen, mit gemäßigtem Lärm, Läden bis 18 (statt 22) Uhr offen und der Ruhe und Natur vor der Tür? Ich mag ja Wohngegenden, wo man innerhalb von 20 min in der Pampa, aber auch innerhalb von 20 min voll im Stadtwirrwargetümmel sein kann. Ginge das?

Bluhnah hat gesagt…

schwierig schwierig...
für mich wär die pampa ein no-go...
good luck bei der entscheidungsfindung und daumendrück für das andere gespräch!

Kunstfehler hat gesagt…

@Mary: das habe ich ja gerade, 20 min bis zur Stadtgrenze (ob Auto oder Zug) und frühe Schließzeiten. Das weniger Schöne daran ist, man steht "zwischen" den Stühlen.
@Bluhnah: Danke :-)

Bluhnah hat gesagt…

Frohe Weihnachten :-)