25 Dezember, 2010

Auch an Feiertagen wird gearbeitet

SCHOKOLADENWEIHNACHTSMANN
Eine notfallmedizinische Studie

Die eigentliche Herkunft der Weihnachtsmänner ist unklar, sie liegt quasi im Dunkeln. Schon das periodisch massive Auftreten bereits im Herbst, sowie das schlagartige Verschwinden nach der Wintersonnenwende bedarf noch intensiver Untersuchungen. Die vorliegende Studie befasst sich mit notfallmäßigen Gesichtspunkten, wobei im Wesentlichen die traumatologischen Aspekte im Vordergrund stehen sollen.


ANATOMISCHE VORBEMERKUNGEN
Die interessante Spezies "Schokoladenweihnachtsmann" ist makroskopisch recht gut untersucht worden. Umgeben ist der Patient von einer festen Haut, welche die verschiedensten Farbnuancen aufweisen kann. Die Farbgebung als solches läßt menschenähnliches Gesicht und Gestalt vermuten.
Hinweise auf einen funktionstüchtigen Bewegungsapparat finden sich nicht.
Die Extremitäten sind wie bei einer Syndaktylie verschmolzen.
Die äußere Haut (Pellicula aluminica) dient dem Schutz des Individuums
vor dem Unbilden der menschlichen Spezies; verhindert aber offensichtlich auch den Verlust körpereigener Substanzen bei der Änderung des Aggregatzustandes der Körpersubstanz. Diese Grundsubstanz liegt als Exoskelett nach innen dicht der Pellicula an und umhüllt die grosse zentrale Vakuole, welche in ihrer Form ein getreues Abbild des Weihnachtsmannes darstellt. Die Herkunft dieser Grundsubstanz ist umstritten. Biochemisch scheinen aber Zusammenhänge mit dem Abraum der Oetker'schen Schokoladenbergwerke zu bestehen. Der Schokoladenweihnachtsmann kommt in den verschiedensten Größen und Formen vor. Dies hat er mit den Gartenzwergen gemeinsam, denen er allerdings nur äußerlich ähnlich ist. Es wurden Exemplare von 20 -4000 g gesehen. Über Wachstum, Nahrungsaufnahme sowie räumlichen Veränderungen rätselt die Wissenschaft noch heute.


TRAUMATOLOGIE
Nach der bisherigen Auffassung gibt es nur zwei klinisch relevante Traumatisierungsmechanismen:

1. Frakturen (Frakturen der Grundsubstanz)
2. Thermische Traumen (Hitzetrauma)
Die Verletzungen der Pellicula scheint medizinisch bedeutungslos und bedarf keiner besonderen Therapie.


FRAKTURTYPEN
1. Impressionstraumen des Kraniums
2. Impressionstraumen des Thorax
3. Impressionstraumen des Säckelchens (trotz seiner atypischen Lage ist grundsätzlich an ein urologisches Konzil zu denken!)
4. Impressionstraumen im Fussbereich
5. Frakturen des Dens-axis (neurologisches Gutachten erstellen!)
6. Polytraumen (Patient muss unverzüglich in eine Polyklinik ueberwiesen werden!)


UNFALLMECHANISMEN
Die Welt der Menschen ist für Schokoladenweihnachtsmaenner an sich als extrem feindlich zu betrachten. Eine Hyperthermisierung des Corpus kann zu irreversiblen Schäden führen. So ist bereits das Auflegen einer Kinderhand oder die Positionierung auf einem Heizkörper für das Objekt sehr gefährlich. Intensive Sonnenstrahlung oder Badewasser hinterlassen beeindruckende Schäden. Frakturen treten schon bei Bagatelltraumen auf. Polytraumen werden allerdings eher bei Stürzen aus größeren Höhen beobachtet.


DIAGNOSTIK
Die Pupille des Patient hat sich nach mehreren Testserien als lichtstarr erwiesen. Es ist keinerlei Reaktion bei der Konvergenz zu bemerken. Selbst ein Ausleuchten der Augenhöhlen mittels Softlaser hat zu keinerlei neuer Erkenntnis beigetragen. Vor einer Inspektion der Mundhöhle muss dringend gewarnt werden, da es neben einer irreversiblen Schädigung der Pellicula zu Gesichtschädelfrakturen (meist Typ LeFort II.) sowie massiven Kieferfrakturen kommen kann. Die Perkussion kann sehr aufschlußreich sein.
Bei intakter Aura ist ein hypersonorer Klopfschall zu vernehmen.

Bei Hitzetraumen wird der Klopfschall meist klebrig, bei Polytrauma ist er nicht zu registrieren. Eine Auskultation erscheint unsinnig und belanglos.
Die Temperaturmessung des Patienten erweist sich als äußerst schwierig,
da physiologische Körperöffnungen oder Hauttaschen fehlen.
Somit ist es ohne Verletzung des Probanden nicht möglich Rezeptoren einzuführen. Es gibt Untersuchungen, welche belegen, dass es sich bei dieser Spezies um Poikilotherme handeln könnte.


THERAPIE
Für die klinisch relevanten Traumen ist bislang seitens der Physiotherapie keine Studie bekannt geworden. Recherchen haben keine Hinweise finden können, ob thermische Traumata mit anschliessenden Gestaltsverlust erfolgreich zu therapieren sind. Frakturen des Exoskelett sind heute noch therapieresistend. Eine Heilung im Sinne der Kallusbildung konnte leider nicht
herbeigefuehrt werden. Eine primäre oder sekundäre
Wundheilung findet nicht statt. Kleinere Fissuren können als Bagatelle unbeachtet gelassen werden, da sie den Allgemeinzustand nicht beeinträchtigen. Eine Applikation von Analgetika ist grundsätzlich kontraindiziert!


ZUSAMMENFASSUNG
Grundsätzlich scheinen Traumata jeglicher Form therapieresistent und ohne
Aussicht auf Erfolg. Mit der Frage, ob der Verzehr der durch grobe Gewalt
lädierten Patienten der richtige Weg zur Beseitigung des Corpus Delikti ist,
wird sich in nächster Zeit die Kriminologie beschäftigen.

Es sind Hinweise eingegangen, dass nach der Wintersonnenwende Schokoladenweihnachtsmänner zu Schokoladenosterhasen transmutieren. 


(via Internet)

2 Kommentare:

Bluhnah hat gesagt…

haha - der knaller :-)
meine weihnachtsmänner leiden nicht lange an frakturen etc...

Bluhnah hat gesagt…

ich wünsche dir und deinen lieben ein frohes, unbeschwertes und gesundes neues jahr!